Die Trennung vom Nullpunkt des Seins
In unserem Körper wirken zwei grundlegende Ebenen: ein vollkommener Bauplan und eine unvollkommene Prägung. Der Bauplan – unser überbewusstes Selbst – trägt den Samen für Heilung, Ganzheit und Entwicklung in sich. Die unvollkommene Prägung hingegen, die unsere menschliche Persönlichkeit formt, enthält die Ursachen für emotionale und körperliche Dysfunktionen, Leiden und Zerfall.
Beide Informationsebenen sind jederzeit präsent. Doch es scheint, dass unsere menschliche Persönlichkeit irgendwann, irgendwo vom überbewussten Aspekt des Selbst getrennt worden ist. Diese Trennung ist eine Unterbrechung des menschlichen energetischen Schaltkreises und das grösste Unheil, das der Mensch erleiden musste. Wir wissen nicht wie, wann und warum, aber es ist offensichtlich, dass es geschah. Wie sonst könnte man diese eklatanten Unterschiede der Fähigkeiten erklären, die in jedem von uns Seite an Seite existieren? Ein Aspekt unseres Wesens ist in jeder Millisekunde mühelos und vollkommen in der Lage, die Funktionen der 50 bis 100 Billionen Zellen unseres Körper-Geist-Systems zu koordinieren. Der andere Aspekt hingegen richtet Verheerung an, indem er all diese dimmen und schmerzhaften Handlungen hervorbringt, die Menschen sich selbst und anderen seit unvordenklicher Zeit zufügen.
Das Resultat dieser Trennung ist, dass die meisten von uns nur ihre Prägungen kennen. Wer wir in Wahrheit sind, wissen wir nicht. Wir werden nüchtern geboren – mit unserer ureigenen Körpermechanik und unserem ursprünglichen Wesen. Doch vom ersten Moment an beginnt die Konditionierung. Mit jedem Tropfen davon werden wir betrunkener und verlieren den Kontakt zu unserer natürlichen Klarheit. Aus dieser Trunkenheit heraus erschaffen wir unsere Realität. Was wir für Wirklichkeit halten, ist oft nichts anderes als die Summe unserer Prägungen.
Wie können wir das überwinden? Wie können wir unsere verzerrte Wahrnehmung der Realität korrigieren? Das ist leichter gesagt als getan, denn emotionale Belastungen und unbewusste Glaubensmuster sind stets verborgen, still und unsichtbar gegenwärtig. Wir haben nur begrenzten Zugang zu ihnen und sind uns ihrer meist nicht bewusst. Selbst wenn wir sie erkennen, fehlt uns oft der Schlüssel, um sie zu verändern.
Es scheint, als lasse sich die Tür nur in eine Richtung öffnen: Wir haben keinen direkten Zugang zu unserem Unter- und Überbewusstsein, doch sie können uns erreichen. Sie beeinflussen unsere Reaktionen und formen dadurch unser Schicksal. Die Macht des Unterbewusstseins sollte nicht unterschätzt werden. Es ist ein Geflecht widersprüchlicher Energien und Bindungen, die sich nicht einfach auflösen oder umgehen lassen. Viele Menschen bemühen sich jahrelang, schädliche Denk- und Verhaltensmuster zu verändern, und erkennen dabei, wie hartnäckig diese Strukturen sind. Das erklärt auch, weshalb positives Denken und Affirmationen oft nur begrenzte Wirkung zeigen.
Dieses Ringen zwischen bewusster Absicht, unterbewusster Prägung und überbewusstem Bauplan führt zu einem Ungleichgewicht zwischen den Bedürfnissen der Persönlichkeit und denen der Seele. Das Ergebnis sind Lebensumstände, die wir weder wünschen noch akzeptieren können.
Schon die alten Ägypter wussten um dieses Ungleichgewicht und die Notwendigkeit, die Gegensätze in Harmonie zu bringen. Die Pharaonen trugen zwei verschiedene Stäbe – einen in jeder Hand – als Symbol eines Zustands, in dem keine Seite die andere dominiert. Wie viele Weisheitstraditionen erkannten sie, dass wahres Gleichgewicht in der Mitte liegt: am Punkt der Null.
Das System der Superkohärenz hat eine radikale Lösung dafür, wie wir uns mit unserem Nullpunkt in Einklang bringen können.
Hört sich als «fast unmöglich» an – fast, aber nicht ganz.